In der Luftfracht zahlen Sie auf das frachtpflichtige Gewicht: den höheren Wert aus tatsächlichem Bruttogewicht und Volumengewicht. Das Volumengewicht berechnen Sie, indem Sie Länge × Breite × Höhe in Zentimetern durch 6000 teilen. Eine leichte, aber sperrige Sendung wird dadurch teurer, als die Waage vermuten lässt.
Was ist das frachtpflichtige Gewicht in der Luftfracht?
Das frachtpflichtige Gewicht, im Englischen Chargeable Weight, ist das Gewicht, nach dem die Fluggesellschaft Ihre Sendung abrechnet. Der Kilopreis wird mit diesem Gewicht multipliziert, nicht automatisch mit dem tatsächlichen Gewicht Ihrer Ware.
Der Grund ist einfach. Ein Flugzeug ist schneller voll, als es sein Höchstgewicht erreicht. Eine Sendung mit viel Volumen und wenig Gewicht belegt genauso viel Laderaum wie eine schwere Sendung. Deshalb werden immer zwei Werte verglichen: das tatsächliche Bruttogewicht und das Volumengewicht. Abgerechnet wird der höhere Wert.
Luftfracht ist pro Kilogramm ohnehin ein teures Transportmittel. Jedes Kilogramm, das durch das Volumen zum tatsächlichen Gewicht hinzukommt, schlägt sich deutlich in der Rechnung nieder.
Wie berechnet man das Volumengewicht einer Sendung?
Die Standardformel in der Luftfracht folgt der IATA-Norm:
- Messen Sie jedes Packstück einschließlich Palette und Verpackung: Länge, Breite und Höhe in Zentimetern.
- Multiplizieren Sie die drei Maße miteinander.
- Teilen Sie das Ergebnis durch 6000. Das ergibt das Volumengewicht in Kilogramm pro Packstück.
- Addieren Sie die Volumengewichte aller Packstücke.
- Vergleichen Sie die Summe mit dem tatsächlichen Bruttogewicht. Der höhere Wert ist das frachtpflichtige Gewicht.
Sie rechnen lieber in Kubikmetern? Dann entspricht die Formel 167 kg pro m³. Das ergibt eine praktische Schnellprüfung: Wiegt Ihre Sendung weniger als 167 kg pro m³, zahlen Sie nach Volumen.
Rechenbeispiel: drei Paletten aus China
Nehmen wir eine Sendung mit 3 Paletten von Shenzhen nach Brussels Airport. Jede Palette misst 120 × 100 × 160 cm. Das gesamte Bruttogewicht beträgt 750 kg.
- Pro Palette: 120 × 100 × 160 = 1.920.000 cm³.
- Geteilt durch 6000: 320 kg Volumengewicht pro Palette.
- Für 3 Paletten: 960 kg Volumengewicht.
- Tatsächliches Gewicht: 750 kg.
Das frachtpflichtige Gewicht beträgt hier 960 kg. Sie bezahlen also 210 kg, die auf keiner Waage erscheinen. Die Schnellprüfung bestätigt das: 750 kg auf 5,76 m³ ergeben rund 130 kg pro m³, deutlich unter der Grenze von 167.
Wird auch eine schwere Maschine nach Volumen abgerechnet?
Ja, das ist möglich. Schwer bedeutet nicht automatisch, dass das tatsächliche Gewicht zählt. Nehmen wir eine Maschine mit 3.400 kg, verpackt in einer Kiste von 320 × 240 × 275 cm.
- 320 × 240 × 275 = 21.120.000 cm³.
- Geteilt durch 6000: 3.520 kg Volumengewicht.
- Tatsächliches Gewicht: 3.400 kg.
Das frachtpflichtige Gewicht beträgt 3.520 kg. Auch hier gewinnt das Volumen, mit einer Differenz von 120 kg.
Bei solchen Packstücken lohnt sich ein Blick auf die Verpackungshöhe. Wäre dieselbe Kiste 263 cm statt 275 cm hoch, sänke das Volumengewicht auf 3.366 kg. Dann zählt das tatsächliche Gewicht von 3.400 kg, und die Differenz entfällt. Zwölf Zentimeter Verpackungshöhe machen also einen messbaren Unterschied.
Die Höhe spielt in der Luftfracht noch eine weitere Rolle. Im Unterflurfrachtraum eines Passagierflugzeugs liegt die Grenze bei etwa 155 bis 160 cm. Eine Kiste mit 275 cm Höhe kann daher nur auf dem Hauptdeck eines Frachtflugzeugs wie der Boeing 747F oder 777F fliegen, wo bis zu etwa 300 cm Höhe möglich sind. Das schränkt die Auswahl an Flügen ein.
Was kostet der Unterschied?
Luftfrachtraten unterscheiden sich stark je nach Strecke, Saison und Fluggesellschaft. Um den Effekt zu zeigen, rechnen wir mit einem fiktiven Tarif von 5 Euro pro Kilogramm.
- Paletten aus China: 960 kg statt 750 kg. Das sind 210 kg × 5 Euro = 1.050 Euro Mehrkosten.
- Maschine: 3.520 kg statt 3.400 kg. Das sind 120 kg × 5 Euro = 600 Euro Mehrkosten.
Sie vergleichen Angebote? Prüfen Sie dann auch, auf welches Gewicht sich der Kilopreis bezieht.
Welche Angaben braucht Ihr Spediteur für eine korrekte Berechnung?
Ein korrektes Angebot beginnt mit vollständigen Angaben. Fehlt etwas, rechnet Ihr Spediteur mit einer Schätzung, und die Rechnung kann später abweichen. Eine vollständige Anfrage enthält:
- Die Anzahl der Packstücke.
- Die Maße pro Packstück in Zentimetern, einschließlich Palette und Verpackung.
- Eine Warenbeschreibung, idealerweise mit HS-Code.
- Das gesamte Bruttogewicht.
- Das Gesamtvolumen in m³.
- Den Incoterm mit Abgangsort. In der Luftfracht ist FCA die richtige Wahl, auch wenn in der Praxis noch häufig FOB angefragt wird.
- Die vollständige Lieferadresse.
Der HS-Code wird für die Zollanmeldung bei Ankunft benötigt. Mit dem richtigen Code wissen Sie außerdem vorab, welche Einfuhrabgaben anfallen.
Sie brauchen Unterstützung bei der Berechnung?
PLS organisiert weltweite Luftfracht über ein Netzwerk aus Fluggesellschaften und Partnern. Wir berechnen Ihr frachtpflichtiges Gewicht im Voraus und zeigen Ihnen, wo Einsparpotenzial liegt, zum Beispiel bei der Verpackung. Sie schwanken zwischen Luft- und Seefracht? Dann stellen wir beide Optionen gegenüber. Senden Sie uns Ihre Daten, und wir prüfen gemeinsam, was für Ihre Sendung am sinnvollsten ist.
