Der Unterschied zwischen FCL und LCL liegt darin, ob Sie einen Container allein nutzen oder teilen. Bei FCL (Full Container Load) buchen Sie einen kompletten Container für Ihre Ware. Bei LCL (Less than Container Load) reist Ihre Ware mit anderen Sendungen und Sie zahlen nur den belegten Platz.
Welche Variante günstiger ist, hängt vor allem vom Volumen Ihrer Sendung ab. Auch die Laufzeit und die Art der Ware spielen eine Rolle. Für LCL sind auch die Begriffe Seefracht-Stückgut und Sammelcontainer üblich.
Wie funktioniert FCL?
Bei FCL gehört der Container Ihnen allein. Sie beladen ihn auf Ihrem eigenen Gelände oder lassen ihn in einem Lager beladen. Danach wird er verplombt und reist so bis zum Empfänger. Sie zahlen einen Preis pro Container, unabhängig davon, ob er halb oder ganz voll ist.
Gängige Typen sind der 20-Fuß-, der 40-Fuß- und der 40-Fuß-High-Cube-Container. Ein 20-Fuß-Container bietet rund 33 m³ Laderaum, ein 40-Fuß-Container rund 67 m³ und ein High Cube rund 76 m³. In der Praxis passt weniger hinein, weil Paletten und Kartons nie jeden Zentimeter füllen. Die Innenmaße je Typ finden Sie in unserem Artikel über Containerabmessungen.
Wie wird LCL berechnet?
LCL wird pro Frachttonne berechnet, abgekürzt W/M für weight or measurement. In der Seefracht entspricht 1 m³ einem Gewicht von 1.000 kg, berechnet wird der höhere Wert. Eine Sendung mit 4 m³ und 1.500 kg kostet also 4 W/M. Meist gilt ein Minimum von 1 W/M pro Sendung.
Zur Seefracht kommen Kosten für das Handling in den Sammellagern, auch CFS (Container Freight Station) genannt. Im Abgangshafen wird Ihre Ware mit anderen Sendungen in einen Container geladen, im Zielhafen wieder entladen und getrennt. Dieses Handling zahlen Sie auf beiden Seiten.
Ab wie viel m³ lohnt sich FCL statt LCL?
Als Faustregel wird ein 20-Fuß-Container ab etwa 13 bis 15 m³ günstiger. Darunter zahlen Sie mit LCL weniger, weil Sie keinen leeren Raum bezahlen.
Diese Grenze verschiebt sich mit dem Markt. Sind die Containerraten auf einer Route niedrig, lohnt sich FCL schon bei kleinerem Volumen. Liegen Sie nahe an der Schwelle, holen Sie beide Preise ein. Ein halb voller 20-Fuß-Container ist auf dem Papier manchmal teurer, unterwegs aber schneller und sicherer.
Wann ist LCL die richtige Wahl?
- Ihre Sendung bleibt deutlich unter 13 m³.
- Sie verschiffen unregelmäßig kleine Partien, etwa Muster oder eine erste Probebestellung bei einem neuen Lieferanten.
- Sie bestellen lieber häufiger kleine Mengen, statt Lagerbestand aufzubauen.
- Ihre Ware ist stabil verpackt und verträgt zusätzliches Be- und Entladen.
Wann ist FCL die richtige Wahl?
- Ihre Sendung liegt bei oder über 13 m³.
- Ihre Ware ist zerbrechlich oder wertvoll, und sie soll so wenig wie möglich umgeschlagen werden.
- Sie wünschen eine kürzere und besser planbare Laufzeit.
- Sie versenden Gefahrgut. Nicht jeder Sammelcontainer-Dienst nimmt IMDG-Ladung an.
- Ihre Ware kommt von mehreren Lieferanten und soll gemeinsam in einen Container.
Welche Risiken hat LCL?
LCL dauert länger als FCL. Ihre Ware muss rechtzeitig im Sammellager sein, der Container fährt nach dem festen Abfahrtsplan des Sammeldienstes, und im Zielhafen wird er erst entladen, bevor Sie Ihre Sendung abholen können.
Jeder zusätzliche Umschlag ist auch ein zusätzliches Schadensrisiko. Ihre Palette steht neben fremder Ladung und geht mindestens zweimal über einen Gabelstapler. Eine gute Verpackung ist bei LCL deshalb Pflicht.
Kontrolliert der Zoll den Sammelcontainer bei Ankunft, kann sich das Entladen für alle Sendungen darin verzögern. Auch dann, wenn mit Ihrer Ware alles in Ordnung ist.
Worauf müssen Sie bei FCL achten?
Für einen Container der Reederei haben Sie nur eine begrenzte Anzahl freier Tage. Steht er länger am Terminal oder bei Ihnen, fallen Demurrage- und Detention-Kosten an. Planen Sie das Entladen deshalb vor Ankunft des Containers ein.
Im Export braucht jeder Container eine VGM (Verified Gross Mass), also das verifizierte Bruttogewicht des beladenen Containers. Ohne VGM kommt er nicht an Bord.
Wie organisiert PLS FCL und LCL?
Bei FCL organisiert PLS die Seefracht über Antwerpen und den Containertransport. Auf Wunsch übernehmen wir auch das Container beladen in den Antwerpener Lagern, zu denen wir Zugang haben. Kommt Ihre Ware von mehreren Lieferanten, lassen wir sie abholen und gemeinsam in einen Container laden. Rechnen Sie dafür idealerweise mit 3 Tagen vor dem Closing des Schiffes.
Bei LCL arbeiten wir mit Partnern. PLS betreibt keinen eigenen Sammelcontainer-Dienst: Ihre Sendung reist im Sammelcontainer eines Partners. Sie haben trotzdem einen festen Ansprechpartner bei uns, von der Buchung bis zur Zustellung.
Möchten Sie wissen, ob FCL oder LCL für Ihre nächste Sendung günstiger ist? Senden Sie uns die Anzahl der Packstücke, die Maße, das Bruttogewicht und die Route, dann rechnen wir beide Varianten durch. Kontaktieren Sie uns hier.
