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Luftaufnahme eines Distributionszentrums mit Solarmodulen und Lkw an den Laderampen

Was ist Cross-Docking und wann lohnt es sich?

Cross-Docking ist ein Logistikverfahren, bei dem Waren in einem Lager entladen und zügig auf ein anderes Fahrzeug umgeladen werden, ohne längere Zwischenlagerung. Die Ware bleibt häufig weniger als 24 Stunden vor Ort. Ziel ist eine schnellere Zustellung bei geringeren Lagerkosten.

In der Seefracht heißt dieser Umschlag oft Transloading: Die Ware wird aus einem Seecontainer entladen und per Sattelauflieger weitertransportiert. Im Folgenden erfahren Sie, wie beide Verfahren funktionieren, worin sie sich unterscheiden und wann sie sinnvoll sind.

Wie läuft Cross-Docking ab?

Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet sinngemäß „über die Rampe hinweg“. Die Waren wechseln von der Eingangsseite zur Ausgangsseite des Lagers. Ein Cross-Dock ist also ein Umschlagpunkt und kein Lagerort.

  1. Anlieferung. Ein Lkw oder Container trifft an der Entladerampe ein.
  2. Entladung und Kontrolle. Die Waren werden entladen, gezählt und auf Transportschäden geprüft.
  3. Sortierung. Die Waren werden nach Kunde, Bestimmungsort oder Route zusammengestellt. Bei Bedarf werden sie palettiert oder neu etikettiert.
  4. Verladung. Auf der gegenüberliegenden Seite des Lagers werden die Waren auf das ausgehende Fahrzeug geladen.
  5. Abfahrt. Der Folgetransport startet, oft noch am selben Tag.

Der Bestimmungsort jeder Palette kann im Voraus feststehen oder erst im Cross-Dock zugewiesen werden. Entscheidend ist der ausgehende Warenstrom: Sind die Folgetransporte nicht disponiert, bleibt die Ware stehen und aus dem Umschlag wird eine Lagerung.

Was ist der Unterschied zwischen Cross-Docking und Transloading?

Beide Begriffe werden häufig synonym verwendet, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Beim Cross-Docking geht es um den schnellen Durchlauf der Ware mit wenig oder keiner Zwischenlagerung. Beim Transloading geht es um das Umladen auf ein anderes Verkehrsmittel oder eine andere Ladeeinheit, zum Beispiel von der Schiene auf die Straße. In der Seefracht sind damit meist Waren gemeint, die aus einem Seecontainer entladen und per Sattelauflieger weiterbefördert werden.

Dieser Unterschied hat praktische Folgen. Container aus Asien kommen regelmäßig lose gestaut an: Kartons bis unter das Dach, ohne Paletten. Für den Weitertransport im Planenauflieger palettieren wir diese Kartons zuerst, damit sie sich effizient umschlagen und sicher verzurren lassen. Ein Standardauflieger fasst 33 Europaletten auf der Ladefläche, wie Sie in unserem Leitfaden zu den Abmessungen von Sattelaufliegern nachlesen können.

In der Praxis gehen beide Verfahren ineinander über und finden oft innerhalb desselben Ablaufs statt. Ein Container wird in Hafennähe auf Auflieger umgeladen, und weiter hinten in der Lieferkette verteilt ein Distributionszentrum dieselben Paletten auf kleinere Zustellfahrzeuge.

Welche Arten von Cross-Docking gibt es?

Wann lohnt sich Cross-Docking?

Cross-Docking lohnt sich, wenn die Einsparungen bei Transport-, Lager- und Containerkosten höher sind als die zusätzlichen Kosten für Entladen, Sortieren, Palettieren und erneutes Verladen. Das trifft vor allem in vier Situationen zu.

Ein Container für mehrere Empfänger. Nehmen wir einen 40-Fuß-Container mit Waren für Kunden in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Statt den vollen Container von Adresse zu Adresse zu fahren, wird er in Hafennähe entladen, und drei Auflieger fahren direkt zu ihren Empfängern.

Der Container soll schnell leer zurück. Reedereien gewähren nur eine begrenzte Zahl an freien Tagen. Danach fallen Demurrage für einen Container am Terminal oder Detention für einen Container außerhalb des Terminals an. Ein sofort entladener Container geht schneller an die Reederei zurück.

Kleine Sendungen sollen gebündelt werden. Sendungen verschiedener Lieferanten für dieselbe Region fahren gemeinsam in einer Ladung. Das bedeutet weniger halbleere Lkw auf der Straße.

Die Ware ist eilig. Produktionsteile, verderbliche Waren oder Saisonartikel haben nichts davon, tagelang im Regal zu stehen.

Wann ist eine Lagerung die bessere Wahl?

Cross-Docking setzt voraus, dass der Folgetransport zeitnah abfahren kann. Steht noch nicht fest, wann oder wohin die Ware geliefert werden soll, ist die klassische Lagerung die naheliegende Lösung.

Cross-Docking ist zudem anfälliger für Verzögerungen. Wird der Container einen Tag später freigegeben oder steht der ausgehende Lkw im Stau, verschiebt sich die gesamte Planung. Eine kurze Zwischenlagerung fängt das auf, sollte aber im Voraus vereinbart werden.

Worauf sollten Sie beim Cross-Docking im Hafen achten?

Zollstatus. Enthält ein Container im Hafen Antwerpen-Brügge Nicht-Unionswaren, die noch nicht in den zollrechtlich freien Verkehr übergeführt wurden, dürfen Sie diese nicht einfach in einem gewöhnlichen Lager entladen. Der Umschlag muss an einem dafür zugelassenen Ort und unter Einhaltung der geltenden Zollförmlichkeiten erfolgen. Je nach Sendung werden die Waren zuerst verzollt, in der vorübergehenden Verwahrung oder im Zolllagerverfahren behandelt oder im externen Versandverfahren (T1) zu einem zugelassenen Bestimmungsort befördert. Ein T1 allein berechtigt nicht dazu, die Ware an einem beliebigen Ort zu entladen.

Informationen im Voraus. Packliste, Stückzahlen, Abmessungen, Gewichte und die Aufteilung nach Empfängern müssen vor Ankunft des Containers vorliegen. Jede ausgehende Sendung erhält ein eigenes Beförderungsdokument, im Straßengüterverkehr etwa einen CMR-Frachtbrief oder eine e-CMR.

Beladungsart des Containers. Ob lose gestaut oder palettiert, macht beim Umschlag und beim Zeitaufwand einen großen Unterschied und damit auch beim Preis. Geben Sie dies bei Ihrer Angebotsanfrage an.

Abmessungen. Was in einen Container passt, lässt sich nicht immer auf dieselbe Weise in einen Auflieger laden. Gleichen Sie die Containerabmessungen vorab mit dem Laderaum des ausgehenden Transports ab.

Wie setzt PLS Cross-Docking um?

Bei PLS sprechen wir intern von Transloading. Meist ist es Teil des Gesamttransports, von der Seefracht über Antwerpen bis zur Zustellung, ergänzt durch unsere Zolldienstleistungen. Wo ein Umschlag eine Route schneller oder günstiger macht, schlagen wir ihn selbst als Option vor. Sie müssen also nicht selbst danach fragen, um davon zu profitieren. Mehr dazu finden Sie auf der Seite zu unseren Lager- und Logistikdienstleistungen.

Sie haben einen Container für mehrere Empfänger oder möchten wissen, ob ein Umschlag Ihren Transport schneller oder günstiger machen kann? Senden Sie uns die Packliste und die Empfängeradressen, dann prüfen wir gemeinsam, welcher Ansatz sich für Sie rechnet.

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