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CBAM auf Stahl aus China: Was zahlen Sie?

CBAM ist der CO2-Grenzausgleichsmechanismus der Europäischen Union. Seit dem 1. Januar 2026 zahlen Importeure von Stahl, Aluminium, Zement und anderen CO2-intensiven Gütern für die bei der Produktion entstandenen Emissionen. Bei Stahl aus China fällt das erheblich ins Gewicht, denn die CO2-Intensität liegt dort hoch.

Was ist CBAM und seit wann gilt es?

CBAM steht für Carbon Border Adjustment Mechanism. Der Mechanismus belegt eingeführte Waren mit demselben CO2-Preis, der im EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) gilt. So will die EU verhindern, dass die Produktion in Länder mit lockererer Klimapolitik abwandert.

Von Oktober 2023 bis Ende 2025 galt lediglich eine Berichtspflicht. Seit dem 1. Januar 2026 befindet sich CBAM in der endgültigen Phase, verbunden mit echten finanziellen Verpflichtungen. Die Regelung erfasst sechs Sektoren: Eisen und Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Elektrizität und Wasserstoff.

Für welche Waren gilt CBAM genau?

Maßgeblich ist nicht die Produktbezeichnung, sondern der KN-Code in Ihrer Einfuhranmeldung. Gerade in der Stahl- und Aluminiumkette fallen mehr Produkte unter die Regelung, als viele Importeure erwarten. Der Abgleich Ihrer Warencodes mit der CBAM-Liste ist deshalb der erste Schritt.

Schrott bleibt ausgenommen. Abfälle und Schrott aus Eisen (KN-Position 7204) erhalten einen Emissionswert von null, sodass Stahl aus der Schrottroute außen vor bleibt. Das macht Elektrolichtbogen-Stahl aus recyceltem Material attraktiver.

Was bedeutet die 50-Tonnen-Schwelle für Ihre Einfuhren?

Seit der Omnibus-Vereinfachung vom Oktober 2025 gilt eine Schwelle von 50 Tonnen pro Importeur und Jahr. Bleiben Sie darunter, sind Sie von den Berichts- und Zahlungspflichten befreit. Für Elektrizität und Wasserstoff gilt diese Befreiung nicht.

Bei Stahl sind 50 Tonnen schnell erreicht. Unterhalb der Schwelle weisen Sie dies mit dem Dokumentencode Y137 in der Einfuhranmeldung aus. Oberhalb müssen Sie zugelassener CBAM-Anmelder sein oder einen indirekten Zollvertreter mit diesem Status einschalten.

Ohne Zulassung gibt der Zoll Ihre Waren nicht frei. Die Bearbeitung eines Antrags kann bis zu 120 Tage dauern. Zu warten, bis die erste Sendung feststeckt, ist daher keine Option.

Was kostet CBAM bei einer Tonne chinesischem Stahl?

Der Preis folgt dem EU-EHS. Für das erste Quartal 2026 lag das CBAM-Zertifikat bei 75,36 Euro je Tonne CO2, für das zweite bei 75,28 Euro. Die Zahl der Zertifikate hängt von den grauen Emissionen Ihres Stahls ab.

Der kritische Punkt liegt in den Emissionsdaten. Für chinesischen Stahl beträgt der Standardwert 3,167 Tonnen CO2 pro Tonne, deutlich über dem Referenzwert von 1,370. Auf dieser Grundlage kommen Sie bei 75 Euro auf rund 237 Euro brutto je Tonne.

Im Jahr 2026 bleibt die Abrechnung noch begrenzt, denn der CBAM-Faktor liegt bei 2,5 %. Er steigt auf 48,5 % im Jahr 2030 und auf 100 % im Jahr 2034, während die kostenlose Zuteilung im EU-EHS ausläuft. Die Kosten sind heute gering, wachsen aber jährlich.

Die Zertifikate kaufen Sie zudem erst ab dem 1. Februar 2027. Die erste Jahreserklärung für 2026 ist bis zum 30. September 2027 einzureichen. Die Rechnung läuft also bereits, auch wenn Sie später zahlen.

Warum verifizierte Emissionsdaten Geld sparen

Wer mit Standardwerten arbeitet, zahlt am meisten. Fragen Sie bei Ihrem chinesischen Lieferanten die tatsächlichen, verifizierten Emissionsdaten ab, fällt die Rechnung oft niedriger aus. EU-Käufer bevorzugen deshalb Lieferanten, die belastbare Zahlen liefern können.

Wechseln Importeure wegen CBAM zu europäischem Stahl?

Teilweise. CBAM macht europäischen Stahl relativ attraktiver, weil sein CO2-Nachteil gegenüber der Einfuhr entfällt. Europäische Käufer beziehen die CO2-Intensität ihres Stahls nun mit ein und überprüfen ihre Bezugsquellen.

Die Verschiebung kommt nicht nur europäischen Werken zugute. Auch Lieferanten außerhalb der EU mit niedrigen, verifizierten Emissionen, etwa koreanische oder japanische Hersteller mit Elektrolichtbogenöfen, gewinnen an Boden. Manche Käufer importieren stattdessen mehr fertige Stahlprodukte außerhalb der EU, da CBAM vorerst nur Rohstoffe erfasst.

Was ändert sich nach 2026?

Die Regelung wird ausgeweitet. Ab dem 1. Januar 2028 kommen rund 180 nachgelagerte Produkte hinzu, etwa Maschinen, Fahrzeugteile und Haushaltsgeräte. Damit fallen schätzungsweise 7.500 zusätzliche Importeure unter CBAM. Das Europäische Parlament stimmt im September 2026 über diesen Vorschlag ab.

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