Der Import aus China läuft meist über Seefracht zum Hafen Antwerpen. Einfuhrzoll und Einfuhrumsatzsteuer berechnen sich auf Basis des Zollwerts, und die Warennummer bestimmt den Satz. Ein Spediteur organisiert den Transport, die Zollabwicklung und die Lieferung an Ihr Lager.
Wie läuft der Import aus China ab?
Eine Sendung aus China folgt einem festen Ablauf, doch die Planung kann sich bei jedem Schritt verschieben.
Die Ware verlässt den chinesischen Lieferanten und wird auf ein Seeschiff gebucht, als Vollcontainer (FCL) oder als Sammelladung (LCL). Nach der Ankunft im Hafen Antwerpen gibt das Terminal den Container frei, danach folgt die Zollabwicklung. Erst nach der Verzollung darf der Container das Terminal in Richtung Ihres Lagers verlassen.
Wer diese Kette zum ersten Mal aufbaut, unterschätzt oft, was zwischen Ankunft und Lieferung geschieht. Ein Container steht nicht sofort bereit. Terminalabläufe, Freistellungen, Zeitfenster und mögliche Kontrollen bestimmen, wann der Transport tatsächlich fahren kann. Ein Spediteur mit Hafenkenntnis stimmt diese Schritte aufeinander ab und bietet Ihnen einen Ansprechpartner für die gesamte Bewegung.
Was kostet der Import von Waren aus China?
Beim Import aus einem Nicht-EU-Land zahlen Sie drei Posten: die Fracht, den Einfuhrzoll und die Einfuhrumsatzsteuer. Die beiden letzten berechnen sich auf den Zollwert.
Der Zollwert ist der Warenwert zuzüglich der Transport- und Versicherungskosten bis zur EU-Außengrenze. Das ist der CIF-Wert. Auf diesen Betrag berechnet der Zoll den Einfuhrzoll nach dem Satz der Warennummer. Anschließend kommt die Einfuhrumsatzsteuer auf Zollwert und Einfuhrzoll zusammen.
Bei chinesischen Waren ist ein Punkt zu beachten. Auf bestimmte Warengruppen erhebt die EU Antidumpingzölle zusätzlich zum regulären Einfuhrzoll. Diese können hoch ausfallen. Ob sie gelten, hängt erneut von der Warennummer und der genauen Beschreibung Ihres Produkts ab.
Wie berechnen Sie Einfuhrzoll und Einfuhrumsatzsteuer?
Die Berechnung folgt immer derselben Reihenfolge. Die Reihenfolge ist wichtig, da die Einfuhrumsatzsteuer auch auf den Einfuhrzoll berechnet wird.
- Ermitteln Sie den Zollwert: Warenwert plus Transport und Versicherung bis zur EU-Grenze.
- Berechnen Sie den Einfuhrzoll: der Satz der Warennummer, angewendet auf den Zollwert.
- Berechnen Sie die Einfuhrumsatzsteuer: 21 % auf Zollwert plus Einfuhrzoll bei Verzollung in Belgien über Antwerpen.
Ein Rechenbeispiel mit runden Zahlen. Angenommen, eine Sendung mit einem Warenwert von 20.000 Euro und 2.000 Euro Transport und Versicherung bis zur Grenze. Der Zollwert beträgt dann 22.000 Euro. Liegt der Einfuhrzoll für dieses Produkt bei 6 %, zahlen Sie 1.320 Euro Zoll. Die Bemessungsgrundlage der Einfuhrumsatzsteuer wird 22.000 plus 1.320, also 23.320 Euro. Bei 21 % ergibt das 4.897,20 Euro. Die Einfuhrabgaben zusammen belaufen sich so auf 6.217,20 Euro.
Wichtig: Der Satz von 6 % ist hier nur ein Beispiel. Der tatsächliche Prozentsatz hängt vollständig von der Warennummer und dem Ursprungsland ab. Für manche Produkte liegt er bei 0 %, für andere steigt er, und beim Antidumping kommt eine weitere Abgabe hinzu. Ein Rechenbeispiel liefert also eine Größenordnung, keinen garantierten Betrag.
Für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen ist die Einfuhrumsatzsteuer in der Regel abziehbar. Die reale Belastung liegt vor allem im Einfuhrzoll selbst und in der Vorfinanzierung der Steuer.
Warum bestimmt die Warennummer alles?
Die Warennummer, auch HS- oder TARIC-Code genannt, bestimmt Ihren Zollsatz, die mögliche Anwendung von Antidumping und die Chance auf einen niedrigeren Satz im Rahmen eines Handelsabkommens. Eine Ziffer Unterschied im Code kann einen anderen Satz bedeuten.
Genau hier passieren die häufigsten Fehler. Eine falsche oder zu weite Einreihung führt zu einem falschen Satz, der früher oder später bei einer Kontrolle auffällt. Nacherhebungen, Verzögerungen und Diskussionen mit dem Zoll sind die Folge. Die richtige Warennummer ist keine Formalität, sondern die Basis Ihres gesamten Selbstkostenpreises.
Verzollung in Belgien oder Deutschland?
Wer über Antwerpen importiert, hat zwei Möglichkeiten. Bei der Verzollung in Belgien verlagern Sie mit der Bewilligung E.T. 14.000 die Einfuhrumsatzsteuer in Ihre Umsatzsteuer-Voranmeldung, statt sie an der Grenze zu zahlen. Alternativ läuft die Ware im externen Versandverfahren (T1) bis nach Deutschland und wird dort verzollt, mit einer Einfuhrumsatzsteuer von 19 %. Welche Variante günstiger ist, hängt von Ihrer steuerlichen Situation und Ihrem Warenfluss ab.
PLS koordiniert den gesamten Importweg aus China: Seefracht nach Antwerpen, Containertransport, Zollabwicklung und Weitertransport zu Ihrem Lager. Wir beraten Sie zur Warennummer und zum zolltechnischen Aufbau, damit es bei der Ankunft keine Überraschungen gibt.
